WAKO Deutschland ermöglicht erstmals eine deutsche Teilnahme im Para-Kickboxen – ein wichtiger Schritt für mehr Inklusion und Teilhabe im Kickboxsport.

Der Kickboxsport entwickelt sich weiter und öffnet sich für noch mehr Menschen: Bei der WAKO-Europameisterschaft im November 2026 im nordmazedonischen Skopje wird Deutschland erstmals auch im Para-Kickboxen international vertreten sein.

Damit entsteht für Athletinnen und Athleten mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen eine neue Möglichkeit, den Kickboxsport auf internationaler Ebene auszuüben und sich mit Sportlerinnen und Sportlern aus anderen Ländern zu messen.

Auch für die Landesverbände und Vereine eröffnet diese Entwicklung neue Perspektiven. Die WAKO Niedersachsen begrüßt diesen wichtigen Schritt hin zu mehr Teilhabe und einer vielfältigen, zukunftsorientierten Gestaltung des Kickboxsports.

Alexander Hartmann übernimmt Verantwortung für Para-Kickboxen

Um den Aufbau dieser neuen Disziplin in Deutschland gezielt voranzubringen, hat die WAKO Deutschland Alexander Hartmann als Beauftragten für Para-Kickboxen eingesetzt.

Er begleitet die Entwicklung der notwendigen Strukturen und steht Athletinnen und Athleten, Vereinen sowie Trainerinnen und Trainern als Ansprechpartner zur Verfügung. Ziel ist es, geeignete Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten zu schaffen und Para-Kickboxen langfristig im organisierten Sport zu etablieren.

Dabei kommt den Vereinen eine besondere Bedeutung zu: Sie bilden die Grundlage dafür, dass interessierte Menschen Zugang zum Sport finden, individuell gefördert werden und Teil einer sportlichen Gemeinschaft werden können.

Von ersten internationalen Kontakten zur Teilnahme in Skopje

Ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung war die WAKO-Weltmeisterschaft der Junioren in Jesolo. Dort wurden durch den Präsidenten der WAKO Deutschland, Oliver Hahl, erste Kontakte vermittelt, aus denen sich wichtige Gespräche über die internationale Zusammenarbeit entwickelten.

Im Mittelpunkt stand dabei der persönliche Austausch mit Jesús Eguía Martín, dem Präsidenten des spanischen Kickbox- und Muay-Thai-Verbandes Federación Española de Kickboxing y Muaythai (FEKM). Gleichzeitig ist er Vorsitzender des Para and Inclusive Committee des internationalen Kickbox-Weltverbandes WAKO.

Das Komitee befasst sich mit der Weiterentwicklung des inklusiven Kickboxsports, geeigneten Wettkampfstrukturen und internationalen Rahmenbedingungen für Athletinnen und Athleten mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Die Gespräche in Jesolo waren ein wichtiger Impuls, um die Möglichkeiten für deutsche Sportlerinnen und Sportler auf internationaler Ebene voranzubringen. Mit der geplanten Teilnahme an der Europameisterschaft 2026 in Skopje wird aus diesen ersten Kontakten nun ein konkreter sportlicher Schritt.

Para-Kickboxen: Sportliche Entwicklung ohne unnötige Barrieren

Para-Kickboxen ist ein Bereich der World Association of Kickboxing Organizations (WAKO), der Athletinnen und Athleten mit Beeinträchtigungen den Zugang zum Kickboxsport und zu geeigneten sportlichen Herausforderungen ermöglichen soll.

Im Mittelpunkt stehen die individuellen Fähigkeiten der Sportlerinnen und Sportler sowie sichere, angemessene und unterstützende Trainings- und Wettkampfbedingungen. Ziel ist es, möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Begeisterung für den Kickboxsport auszuleben und sich sportlich weiterzuentwickeln.

Die internationale Entwicklung hat in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen. Nach ersten Demonstrationsveranstaltungen wurden Wettkampfformate und organisatorische Strukturen schrittweise weiterentwickelt. Bei den WAKO-Weltmeisterschaften 2025 in Abu Dhabi wurde erstmals ein Para-Kickbox-Wettbewerb in der Technik-Performance mit Bewertung und Medaillen durchgeführt.

Mit dem Ausbau der internationalen Strukturen erhält Para-Kickboxen zunehmend eine eigenständige Perspektive innerhalb des organisierten Kickboxsports.

Was bedeutet diese Entwicklung für Niedersachsen?

Für die WAKO Niedersachsen ist die Entwicklung des Para-Kickboxens ein wichtiger Anstoß, das Thema Inklusion auch auf Landesebene weiter in den Blick zu nehmen. Entscheidend ist, dass aus internationalen Erfolgen langfristig konkrete Möglichkeiten für den Trainings- und Vereinsalltag entstehen.

Dazu gehören die Sensibilisierung und Unterstützung der Vereine, die Information interessierter Sportlerinnen und Sportler sowie der Austausch mit Trainerinnen und Trainern, die inklusive Sportangebote entwickeln möchten.

Nicht jede Beeinträchtigung stellt dieselben Anforderungen an das Training. Deshalb braucht es individuelle Lösungen, fachliche Unterstützung und Rahmenbedingungen, die sich an den jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnissen orientieren.

Die geplante deutsche Teilnahme in Skopje kann dafür wichtige Impulse setzen und dazu beitragen, die Sichtbarkeit des Para-Kickboxens zu erhöhen.

Ein Anfang mit Perspektive

Die Premiere auf internationaler Ebene ist mehr als eine einzelne Wettkampfteilnahme. Sie steht für die Chance, neue Wege zu eröffnen, Barrieren abzubauen und den Kickboxsport für weitere Menschen zugänglich zu machen.

Für die WAKO Deutschland beginnt damit ein neues Arbeitsfeld, das gemeinsam mit den Landesverbänden, Vereinen, Trainerinnen und Trainern sowie den Athletinnen und Athleten weiterentwickelt werden soll. Auch die WAKO Niedersachsen sieht darin eine Chance, die Vielfalt des Sports zu stärken und neue Perspektiven für die Vereinsarbeit zu schaffen.

Unser Ziel ist ein Kickboxsport, in dem Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen ihren Platz finden, ihre Fähigkeiten entwickeln und Teil einer starken sportlichen Gemeinschaft sein können.

Die Europameisterschaft in Skopje soll deshalb nicht nur ein besonderes Ereignis im Jahr 2026 sein, sondern ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Verankerung des Para-Kickboxens im deutschen Vereins- und Wettkampfsport.

WAKO Niedersachsen – Kickboxen verbindet. Vielfalt stärkt uns.